Autoritäre Kräfte nutzen das Zerrbild einer »dunklen Zukunft«, um sich als Lichtgestalten zu inszenieren. Dass sie dabei auf apokalyptische Untergangsszenarien zurückgreifen, unterstreicht den religiösen Charakter dieser Strategie. Seit jeher versucht die Giordano-Bruno-Stiftung, dem apokalyptischen Denken entgegenzuwirken, was auch das Titelthema des aktuellen »bruno.«-Magazins erklärt: »Go Future! Die offene Zukunft und ihre Freunde«.
In der Titelgeschichte des Hefts (ab S. 50) erläutert Florian Chefai (HAI-Direktorium), warum es gerade heute wichtig ist, Zukunftsvertrauen wiederzugewinnen, statt auf die Wiederkehr einer »guten alten Zeit« zu hoffen, die es bei genauerer Betrachtung nie gegeben hat. Um den für jede Gesellschaft essenziellen Glauben an möglichen Fortschritt wiederzubeleben, sei es notwendig, so Chefai, lösungsorientierte Ansätze gegenüber problemorientierten Sichtweisen zu stärken. Was dies auf ökologischem Gebiet bedeutet, verdeutlicht der Artikel u.a. an dem von Michael Braungart (HAI-Beirat) mitentwickelten Konzept »Cradle to Cradle« (C2C), das konkrete Lösungen für einen »intelligenteren Stoffwechsel mit der Natur« entwickelt.
Ab sofort kann das Magazin digital als pdf-Dokument heruntergeladen werden.
Podcast-Folge: Leidenschaft zur Vernunft
In der neuen Podcast-Folge von „Sinnerfüllt. Humanistische Lebensgeschichten“ erzählt Chefai zudem, warum er sich leidenschaftlich gerne beim Hans-Albert-Institut engagiert, um mehr Vernunft in politische Diskurse zu bringen. Klar ist für ihn: In Zeiten des Erstarkens von autoritären Kräften müssen wir das Ideal einer offenen Gesellschaft wehrhaft verteidigen. Dabei schließt es sich aus Chefais Sicht nicht aus, offen für die Debatte zu sein und engagiert auf humanistische Grundwerte zu pochen. Anhand eigener Beispiele verdeutlicht er, wie man trotz unterschiedlicher Ansichten im Kontakt bleiben kann, auch wenn es emotional manchmal schwer auszuhalten ist. Das Ziel ist, die Errungenschaften des säkularen und liberalen Rechtsstaates gegen fundamentalistische religiöse Einflüsse, kollektivistische Moralvorstellungen und „paternalistische Anmaßung“ zu schützen und auszuweiten.



