7. September 2026

Die offene Zukunft und ihre Freunde

Der wissenschaftliche Koordinator des Hans-Albert-Instituts, Florian Chefai, setzt sich in aktuellen Beiträgen mit der Frage auseinander, wie wir angesichts multipler Krisen kritisch-rational über die Zukunft sprechen und nachdenken sollten.

Auto­ri­tä­re Kräf­te nut­zen das Zerr­bild einer »dunk­len Zukunft«, um sich als Licht­ge­stal­ten zu insze­nie­ren. Dass sie dabei auf apo­ka­lyp­ti­sche Unter­gangs­sze­na­ri­en zurück­grei­fen, unter­streicht den reli­giö­sen Cha­rak­ter die­ser Stra­te­gie. Seit jeher ver­sucht die Giord­a­no-Bru­no-Stif­tung, dem apo­ka­lyp­ti­schen Den­ken ent­ge­gen­zu­wir­ken, was auch das Titel­the­ma des aktu­el­len »bruno.«-Magazins erklärt: »Go Future! Die offe­ne Zukunft und ihre Freunde«.

In der Titel­ge­schich­te des Hefts (ab S. 50) erläu­tert Flo­ri­an Che­fai (HAI-Direk­to­ri­um), war­um es gera­de heu­te wich­tig ist, Zukunfts­ver­trau­en wie­der­zu­ge­win­nen, statt auf die Wie­der­kehr einer »guten alten Zeit« zu hof­fen, die es bei genaue­rer Betrach­tung nie gege­ben hat. Um den für jede Gesell­schaft essen­zi­el­len Glau­ben an mög­li­chen Fort­schritt wie­der­zu­be­le­ben, sei es not­wen­dig, so Che­fai, lösungs­ori­en­tier­te Ansät­ze gegen­über pro­blem­ori­en­tier­ten Sicht­wei­sen zu stär­ken. Was dies auf öko­lo­gi­schem Gebiet bedeu­tet, ver­deut­licht der Arti­kel u.a. an dem von Micha­el Braun­gart (HAI-Bei­rat) mit­ent­wi­ckel­ten Kon­zept »Crad­le to Crad­le« (C2C), das kon­kre­te Lösun­gen für einen »intel­li­gen­te­ren Stoff­wech­sel mit der Natur« entwickelt.

Ab sofort kann das Maga­zin digi­tal als pdf-Doku­ment her­un­ter­ge­la­den wer­den.

Podcast-Folge: Leidenschaft zur Vernunft

In der neu­en Pod­cast-Fol­ge von „Sinn­erfüllt. Huma­nis­ti­sche Lebens­ge­schich­ten“ erzählt Che­fai zudem, war­um er sich lei­den­schaft­lich ger­ne beim Hans-Albert-Insti­tut enga­giert, um mehr Ver­nunft in poli­ti­sche Dis­kur­se zu brin­gen. Klar ist für ihn: In Zei­ten des Erstar­kens von auto­ri­tä­ren Kräf­ten müs­sen wir das Ide­al einer offe­nen Gesell­schaft wehr­haft ver­tei­di­gen. Dabei schließt es sich aus Che­fais Sicht nicht aus, offen für die Debat­te zu sein und enga­giert auf huma­nis­ti­sche Grund­wer­te zu pochen. Anhand eige­ner Bei­spie­le ver­deut­licht er, wie man trotz unter­schied­li­cher Ansich­ten im Kon­takt blei­ben kann, auch wenn es emo­tio­nal manch­mal schwer aus­zu­hal­ten ist. Das Ziel ist, die Errun­gen­schaf­ten des säku­la­ren und libe­ra­len Rechts­staa­tes gegen fun­da­men­ta­lis­ti­sche reli­giö­se Ein­flüs­se, kol­lek­ti­vis­ti­sche Moral­vor­stel­lun­gen und „pater­na­lis­ti­sche Anma­ßung“ zu schüt­zen und auszuweiten.

WEITERE BEITRÄGE

Possibilismus statt Pessimismus

Die Wahl in Ungarn zeigt, dass der Auf­stieg des Rechts­po­pu­lis­mus kein unab­wend­ba­res Schick­sal ist. Ob die libe­ra­le Demo­kra­tie Bestand haben wird, hängt jedoch davon ab, ob sie plau­si­ble Hoff­nung auf eine bes­se­re Zukunft ver­mit­teln kann, kom­men­tiert HAI-Koor­di­na­tor Flo­ri­an Che­fai im Philosophie-Magazin.

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Impuls: Künstliche Intelligenz als Bedrohung für die liberale Demokratie

In einem neu­en Bei­trag, der im Sprin­ger-Band „KI und Demo­kra­tie“ erschie­nen ist, argu­men­tie­ren HAI-Bei­rat Adria­no Man­ni­no (Post­doc­to­ral Fel­low an der UC Ber­ke­ley und Har­vard) und der Wis­sen­schafts­jour­na­list Nils Alt­haus, dass demo­kra­ti­sche Gesell­schaf­ten – allen vor­an die USA – in den kom­men­den Jah­ren einem neu­ar­ti­gen Exis­tenz­ri­si­ko aus­ge­setzt sind: der Kom­bi­na­ti­on aus agen­ti­scher Künst­li­cher Intel­li­genz und Autoritarismus.

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