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7. Februar 2026

„Handbuch Utilitarismus“ erschienen 

Das neue "Handbuch Utilitarismus" bietet einen aktuellen systematischen Überblick über Theorie und Praxis utilitaristischen Denkens. Mit dabei: Beiträge der HAI-Mitglieder Adriano Mannino, Eric Hilgendorf und Dieter Birnbacher zu grundlegenden Fragen moralischer Aggregation, zur Bedeutung des Utilitarismus für das Recht und zur gerechten Ressourcenzuteilung im Gesundheitswesen.

Der von Vuko Andrić und Bern­ward Gesang her­aus­ge­ge­be­ne Sam­mel­band beleuch­tet sowohl die theo­re­ti­schen Grund­la­gen als auch die viel­fäl­ti­gen Anwen­dungs­fel­der die­ses zen­tra­len ethi­schen Para­dig­mas – von der Medi­zin- und Kli­ma­ethik über den effek­ti­ven Altru­is­mus bis hin zur Politik‑, Rechts- und Wirtschaftsethik.

Drei Mit­glie­der des Hans-Albert-Insti­tuts tra­gen zu die­ser Bestands­auf­nah­me bei:

Adria­no Man­ni­no unter­sucht die Struk­tur des Uti­li­ta­ris­mus als aggre­ga­ti­ve Moral­theo­rie. Er zeigt, dass sol­che Theo­rien indi­vi­du­el­le Inter­es­sen über Per­so­nen hin­weg ver­rech­nen und dis­ku­tiert die Gren­zen die­ser Auf­rech­nungs­lo­gik – ins­be­son­de­re dort, wo vie­le gering­fü­gi­ge Vor­tei­le das schwer­wie­gen­de Inter­es­se eines Ein­zel­nen zu über­wie­gen schei­nen. Man­ni­no arbei­tet her­aus, dass selbst die intui­tiv plau­si­ble­re Aggre­ga­ti­on gleich gewich­ti­ger Inter­es­sen theo­re­tisch anspruchs­voll bleibt.

Eric Hil­gen­dorf ana­ly­siert die Bezie­hung zwi­schen Uti­li­ta­ris­mus und Recht. Er weist dar­auf hin, dass das deut­sche Recht in vie­ler­lei Hin­sicht von uti­li­ta­ris­ti­schen und kon­se­quen­tia­lis­ti­schen Über­le­gun­gen durch­zo­gen ist, zugleich aber im aka­de­mi­schen Dis­kurs häu­fig Distanz zu die­sen Ansät­zen wahrt. Aus­ge­hend von den Klas­si­kern Jere­my Bent­ham und John Stuart Mill zeich­net Hil­gen­dorf nach, wie uti­li­ta­ris­ti­sche Ideen von spä­te­ren Den­kern wie Bert­rand Rus­sell, Karl Pop­per und Hans Albert auf­ge­grif­fen und wei­ter­ent­wi­ckelt wur­den – und argu­men­tiert, dass sie auch heu­te Bei­trä­ge zur Legi­ti­ma­ti­on demo­kra­ti­scher Ord­nun­gen leis­ten können.

Die­ter Birn­ba­cher wid­met sich dem Ver­hält­nis von Nut­zen- und Gerech­tig­keits­prin­zip in der Res­sour­cen­ver­tei­lung des Gesund­heits­we­sens. Aus­ge­hend von John Stuart Mills The­se, das Nütz­lich­keits­prin­zip kön­ne als gemein­sa­mer Nen­ner ver­schie­de­ner Gerech­tig­keits­vor­stel­lun­gen die­nen, prüft Birn­ba­cher, wie sich uti­li­ta­ris­ti­sche Nut­zen-Kos­ten-Kal­kü­le mit eta­blier­ten Prin­zi­pi­en der Chan­cen- und Resul­tat­gleich­heit ver­ein­ba­ren lassen. 

Zum Buch: Andrić, Vuko / Gesang, Bern­ward (2026): Hand­buch Uti­li­ta­ris­mus. Ber­lin: Sprin­ger. doi.org/10.1007/978–3‑662–71326‑6

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